Skepsis

Mein neuer BLOG ab 25.11.2015 im Netz:  Neuer BLOG: www.kosmetik-check.com

duet…-britta@gmx.de  23.06.2014 – 07:12  Hallo Fruehaufsteher. Eben bin ich auf Eure Seite aufmerksam geworden. Kompliment – einfach toll. Für mich nichts neues. Ich arbeite in einer Werbeagentur. Meine Mom (Kosmetikerin) erzählt den Kunden immer das, was sie hören wollen, dann sind sie glücklich und kaufen sich jede Pampe. Je besser der Namen (die Marke) in der Werbung, je besser muss ja das Produkt sein, so – wie es auf der Verpackung steht. Hauptsache die Kasse klingelt. Für die Kompetenz Eures Blog’s sprechen die Berichte über die sogenannten „Facebook-Likes“ (BILD Dir Deine Meinung vom 23.06.14 – „Bewertungsmafia aus Bangladesch“) ….und das ist bei weitem nicht nur bei Facebook so. Im Beauty-Bereich gibt es fast  k e i n e n  Blog  der nicht von Sponsoren (die nur ihr Eigeninteresse verfolgen) gefüttert (finanziert) wird. Wie lange bleibt Ihr noch „sauber“ ?

ANTWORT: Hallo Britta, vielen Dank für Deinen Hinweis „Facebook-Likes“ – BILD vom 23.06.14. Vielleicht trägt der Beitrag in BILD dazu bei, den „vertrauenswürdigen“ Usern/Verbrauchern die Augen zu öffnen. Die User brauchen nur richtig zu recherchieren und werden im Netz viele Berichte über Manipulationen auf den Bewertungsportalen (auch e-Bay und Amazon) finden. Es gibt zwischenzeitlich schon viel zu viele Gütezeichen, Zertifikate und Vertrauenssiegel die kommerziell ausgeschlachtet werden. Zu Deiner Frage, wie lange wir noch „sauber“ bleiben: Die Antwort findest Du auf unserer Seite. Viel Spaß beim recherchieren – LG Gudrun – 23.06.14


Bei allen Aussagen der Kosmetikhersteller sollte eine gesunde Skepsis angebracht sein. Kosmetische Produkte von bekannten MARKEN müssen nicht „automatisch“ gut sein – auch wenn es die Hochglanzwerbung verspricht. Es gibt viele „kleine“ Kosmetikhersteller die zwar nicht so bekannt, aber auch „gut“ und wesentlich preiswerter sind. Für Ihre Haut sollte es wichtig sein zu prüfen, welche zusätzlichen Hilfsstoffe (Inhaltsstoffe, Inci) in der Kosmetik enthalten sind und ob diese auf den seriösen Analyseseiten/Analyseportalen im Internet positiv bewertet werden.

Nachstehend einige Beispiele für eine angebrachte Skepsis:

1. Propyl- und Butylparabene (Konservierungsmittel) wurden schon im Jahre 2010 so stark abgewertet, dass diese beiden Parabene in der Pflegekosmetik nur noch selten als Konservierungsmittel vorkommen sollten. In Dänemark und Frankreich sind diese Parabene in der Baby-Kind-Kosmetik verboten. Ethyl- und Methylparaben wurden im Januar 2014 um eine Stufe abgewertet.

2. Der Bund für Umweltschutz und Natur www.bund.net/toxfox stuft alle Parabene als hormonschädigend ein. Codecheck (in Zusammenarbeit mit ÖKOTEST) hat diese Parabene im Februar 2014 ebenfalls als „hormonschädigend“ eingestuft.

3. Es ist keine Seltenheit, dass kosmetische Produkte in Datenbanken mit der Note „gut“
oder „sehr gut“ bewertet werden, obwohl die Produkte „schädliche“, „sehr schädliche“, „schlechte“, „weniger schlechte“, „weniger empfehlenswerte“ oder „nicht empfehlenswerte“   Inhaltsstoffe aufweisen ! In diesem Fall sollten Sie eine weitere Datenbank, Wikipedia oder die Suchmaschinen zu Rate ziehen. Sie finden bestimmt genügend – neutrale – Antworten und können sich so ihr eigenes Urteil bilden.

4. Eine erhöhte Skepsis ist geboten, wenn sich Hautpflegeprodukte auf der Haut „schön seidig und geschmeidig anfühlen und besonders gut riechen.

5. Skeptisch sollte man auch dann sein, wenn (z.B. auf Groupon) kosmetische Behandlungen zu vermeintlichen „Schnäppchenpreisen“ angeboten werden. Ein Vergleich bei einem anderen Kosmetikstudio ist ratsam.

6. Bewertungen/Rezessionen auf AMAZON oder bei E-BAY lassen sich leicht manipulieren. Schlechte Bewertungen/Rezessionen können schnell gelöscht werden – und wer für gute Bewertungen bereit ist, in die Tasche zu greifen, der kann die gewünschten „Klicks“  oder die gewünschten Bewertungen von „Bewertungsmanipulierern“ erhalten.

7. Als Endverbraucher sollte man beim Onlinekauf (Onlineshop’s, Marktplacplattformen) auf die Seriösität des Anbieters achten. Eine Beschreibung der Anwendungen oder eine Produktbeschreibung sind gut – eine vollständige INCI-Liste mit allen Wirk- und Inhaltsstoffen ist nicht nur besser, sie ist fairer und vertrauenswürdiger.

8. In den meisten kosmetischen Onlineshop’s werden die Produkte mit den zum Teil „reisserischen“ Werbeaussagen der Kosmetikhersteller beworben. Die Beschreibung und die Anwendung der Produkte werden gerne angegeben. Auf die Angabe einer vollständigen Inhaltsstoff-Liste wird oftmals verzichtet – warum wohl ? Selbst bei der Angabe einer vollständigen Inhaltsstoff-Liste, sollten die einzelnen Inhaltsstoffe von Ihnen selbst gesprüft werden.

9. Auch ist es keine Seltenheit, dass der Konservierungsstoff PARABEN auf der Frontseite der Verpackung wie folgt beworben wird: „ohne Parabene“ und dafür als Ersatz kein pflanzlicher Koservierungsstoff, sondern ein Formaldehydabspalter: Methylisothiazolinone eingesetzt wird. Frage: Wer massiert sich schon gerne einen Formaldehydabspalter auf oder in die Haut ? …..insbesondere dann, wenn die Haut schon im Vorfeld allergische Reaktionen zeigt ?

10. Es gibt genug Beispiele, wo die Kosmetikhersteller/Kosmetikindustrie „schlechte und schädliche“ Inhaltsstoffe besonders werbewirksam hervorhebt, wenn diese in dem betreffenden Produkt nicht enthalten sind, aber nicht auf die schädlichen Inhaltsstoffe, die in dem Produkt enthalten sind, hinweist.